Viele Eltern wollen die Familienfinanzen nachhaltig investieren. Euch sind Werte wie die Umwelt und eine positive Entwicklung der Gesellschaft wichtig, aber ihr seid mit der Finanzwelt nicht so vertraut? Dann kommen hier Dinge, auf die ihr achten könnt:
1. Kann man nachhaltig anlegen?
Die Nachhaltigkeit beim Investieren ist nach wie vor ein kontroverses Thema. Warum? Wegen der unterschiedlichen Definition von Nachhaltigkeit. Was für eine Person nachhaltig ist, sehen andere vielleicht nicht so.
Nachhaltigkeit umfasst viele verschiedene Bereiche wie Umweltschutz, Armutsbekämpfung, erneuerbare Energie, E-Mobility, Bildung, Kreislaufwirtschaft etc. Diese stehen teilweise in Konflikt miteinander und die Prioritäten müssen abgewägt werden.
Deshalb hilft es beim Investieren zu wissen, welche Bereiche für euch als Familie unterstützenswert und welche ein absolutes No-go sind. Schreibt euch eine Liste mit Prioritäten und haltet Ausschau nach Produkten, die euren persönlichen Kriterien entsprechen. Ihr entscheidet, was für euch nachhaltig investieren bedeutet.
2. Erklärung ESG-Kriterien Rating-Standards und Erklärung SRI
Bei der Suche nach nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten werdet ihr bald auf die Abkürzungen ESG und SRI stossen. Beide Ansätze können helfen, nachhaltige Investitionen zu identifizieren.
ESG einfach erklärt
ESG steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Government). Die ESG-Kriterien sind ein internationaler Standard für nachhaltige Unternehmen. Sie wurden 2006 auf Initiative der Vereinten Nationen etabliert. Viele Fonds und ETF nutzen die ESG-Kriterien, um Unternehmen für ihr Produkt zu filtern. Die ESG-Kriterien sind eine freiwillige Selbstverpflichtung für Unternehmen.
Beispiele für die Dinge, die Unternehmen erfüllen müssen sind:
E – Umwelt: Wie geht das Unternehmen mit Naturressourcen um? Investitionen in umweltfreundliche Projekte, erneuerbare Energien oder CO2-Reduzierung können nicht nur nachhaltige Renditen bringen, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
S – Soziales: Wie ist die Beziehungen zwischen Unternehmen und der Gesellschaft? Investitionen in Unternehmen, die fair mit Mitarbeitenden umgehen, Vielfalt fördern und soziale Verantwortung übernehmen, tragen dazu bei, eine positive soziale Wirkung zu erzielen.
G – Unternehmensführung: Nach welchen Werten wird das Unternehmen geführt? Investitionen in Unternehmen mit transparenten Geschäftspraktiken, ethischem Verhalten und verantwortungsbewusster Führung mindern nicht nur Risiken, sondern fördern auch langfristiges Wachstum.
Der Unterschied zwischen ESG und SRI
Die Abkürzung SRI steht für Socially Responsible Investing. Der Hauptunterschied zu den ESG-Kriterien liegt im Fokus: SRI konzentriert sich vor allem auf ethische Werte und soziale Belange, während ESG breiter angelegt ist und Umwelt-, soziale und Unternehmensführungsaspekte integriert. Während SRI oft bestimmte Branchen (z.B. Tabak-, Rüstungs- oder Glücksspielindustrie) ausschliesst, versucht ESG, durch eine umfassendere Bewertung eine ausgewogene Balance zwischen finanziellen Renditen und nachhaltigen Prinzipien zu finden.
ESG schliesst also weniger Unternehmen aus, was dazu führt, dass das Portfolio breiter aufgestellt ist, aber zu einer Spannung mit der Nachhaltigkeit führt. Im Bereich Lebensmittel ist Nestlé beispielsweise gemäss Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex weltweit der nachhaltigste Konzern und erfüllt somit die ESG-Kriterien. Aber der Konzern wird auch oft kritisiert, unter anderem bezüglich Nachhaltigkeit.










