Endlich Badiwetter!
Juhui! Zu Hunderten pilgern wir in die öffentlichen Badeanstalten – in Hausfrauenpanzern, mit schlingernden Veloanhängern oder voll beladenen Kinderwagen, die uns aussehen lassen wie Bag-Ladies in NYC.
Vorneweg: Ich mag Sonne. Ich mag Baden. Aber in den Freibädern hat es mir leider zu viele andere, die das auch mögen.
Einmal angekommen, erklimmen wir – wenn vorhanden – eine Erhöhung und scannen die Umgebung auf Schattenplätze, die taktisch gut gelegen sind (in Blickdistanz zum Kinderbad, aber doch ausserhalb der Spritzzone und mit etwas geringerer Lärmemission). Da! Da vorne! Drei Quadratmeter Baumschatten und der Sonnenstand verspricht noch mehr!
Die Kinder am Arm und in dessen Beuge eine Eishockey…nein, eine Strandtasche baumelnd, traben wir los, nur damit uns dann eine fröhlich am Telefon plaudernde Expatlady mit selig pfüselndem Baby den Platz vor der Nase wegschnappt.

Darf i es Glacéeeeee?
Stürmt es jetzt natürlich unter der fröhlich schwitzenden Achsel hervor. «Nachher!» japsen wir, und geben uns jetzt halt mit dem Schlagschatten vom Abfallcontainer zufrieden. Hier will sicher keiner sitzen. Upside: Man kann den Kindern noch einen Anti-Littering-Teaching-Moment mitgeben.
Spätestens nach dem Eincrèmen des Nachwuchses (sich selber hat man wie immer vergessen) bräuchte man ein Bier, nuckelt dann aber brav an dem mitgebrachten Wasserfläschli.
Im Planschbecken geht die Post ab – eine Typologie:
Im Wasser toben und spritzen und lachen die Kinder, und das ist jetzt wirklich u herzig und dafür ist man ja auch hergekommen. Mittendrin (respektive am Rand) die Badi-Mütter:
Die Übermotivierte:
Hat sich schon lange eine Pump-Gun geschnappt und liefert sich jetzt ein Duell mit dem Bademeister. Ihr Sohn trinkt derweil von der Fussdusche.
Die Erpichte:
«Anna-Lena! Gib dem Mädchen sofort sein Förmli zurück!» – «Aber sie hat es mir geg..» – «Gib. Ihr. Das Förmli zurück, hab« ich gesagt!» Die Erpichte dreht sich danach um 360° und verneigt sich vor ihrem imaginären Publikum für ihre erzieherische Durchsetzungskraft.
Die Ängstliche:
Kontrolliert alle zwei Minuten die Schwimmflügeli und kneippt sich durchs Bisiwasser. Persönliches Horrorszenario: Die Tochter trinkt Badewasser.












