Während neun Monaten sehe ich «Würmchen» auf Ultraschallbildern, höre von den werdenden Eltern, wie die Geburtsvorbereitungen für den «Zwerg» laufen und erfahre, in welcher SSW «Mäuschen» sich aktuell befindet. Dabei will ich doch nur eines wissen:
Wieso können wir das Kind nicht einfach beim Namen nennen?
Die werdenden Eltern von Ana Sofia haben sich diese Frage auch gestellt.
Kein Stress, lasst euch Zeit bei der Namenswahl. Aber wenn Eltern wissen, dass ihr Kind den Namen Moritz tragen soll, wieso kann man dann «Würmchen» nicht auch einfach so nennen? «Nein, dann ist ja die ganze Überraschung dahin», ist einer der Sätze, die ich bisher als Antwort auf meine Frage hörte.
Aber ein Kind ist doch kein Überraschungsei.
Meine Freude über eine Geburt ist nicht weniger gross, wenn ich Geschlecht und Name bereits vorab weiss. Im Gegenteil, meine Vorfreude wird sogar noch gefördert. Diskussionen um einen kleinen Moritz lösen bei mir mehr Emotionen aus als um ein «Würmchen».
Da mittlerweile hierzulande Baby-Shower immer beliebter werden, wieso übernehmen wir nicht auch die Gender-Reveal-Parties aus den USA, an welchen mit Trommelwirbel das Geschlecht des Kindes verkündet wird? Bei dieser Gelegenheit liesse sich ebenfalls das Rätsel um den Namen auflösen.
Tadaaaaa! Überraschung hoch zwei.
Angesprochen auf die Geheimhaltung des Namens, erhalte ich von werdenden Eltern am meisten die Antwort, dass sie sich vor negativen Kommentaren aus ihrem Umfeld fürchten. Deshalb warten sie lieber, bis das Kind auf der Welt ist.
Bei allem Verständnis dafür, dass es kränkend ist und Zweifel aufkommen mögen, wenn die Grossmutter fadegrad verkündet, Eline sei doch kein Name, da fehle eindeutig ein C zu Beginn. Ein Name ist Geschmacksache – während neun Monaten, wie auch später im Leben des Kindes. Wir sollten das Wesentliche nicht vergessen:
Ein Mensch wird nicht durch seinen Namen liebenswert, sondern durch sein Sein.
Gebt diesem Kind also einen Namen, der euch gefällt. Steht hinter dem Entscheid und sorgt euch nicht um den Geschmack der anderen.
Und falls dieser doch mehr Priorität hat, dann empfehle ich die Namenshitparade des Bundesamtes für Statistik.









