Am Abend vor meiner Rückkehr in den Job habe ich gemerkt, dass meine Tochter, damals gerade sieben Monate alt, unter den Achseln kitzelig ist. Wir haben es sicher zehnmal ausprobiert: Ich habe sie vorsichtig gekitzelt, sie hat gelacht und mich dann erwartungsvoll angeschaut, so als ob sie sagen wollte: «Noch mal, Mami!».
Dieses Lachen so tief aus dem Bauch, wenn man diese Geräusche das erste Mal von seinem Baby hört – es zerreisst einem das Herz vor Freude.
Womöglich war ich an diesem Abend besonders aufmerksam, besonders emotional, denn ich wusste: So, jetzt endet diese beschützte Zeit, diese Blase des glücklichen Glucksens, des sich Kennenlernens, es wird nie wieder so sein – so vertraut und doch so fragil, so zeitvergessen.
«Geniesse die Zeit, du bekommst sie nie wieder!» Ich weiss, verdammt.
Diese tiefe Nostalgie, sie beschleicht einen als Mutter immer aufs Neue. Wenn man zum ersten Mal die zu klein gewordenen Bodys aussortiert, das letzte Mal beim Babyschwimmen ist oder das Kind zum ersten Mal zu einer Übernachtung bei Freunden bringt.
Als ich den Kinderwagen vom Bassinett zum Buggy umgebaut habe, dachte ich finster: «Ok, jetzt zieht sie bald aus.» Die Zeit als Eltern ist geprägt von wahnsinnig vielen kleinen Abschieden. Und es wird nicht besser, wenn einem auf Social Media ständig Posts à la: «Irgendwann wirst du dein Kind zum letzten Mal tragen, aber du weisst es nicht. Geniesse die Zeit, du bekommst sie nie wieder!» in den Feed spült. Ich weiss, verdammt.
Wie kurz sieben Monate doch sind
Dieser Abend war besonders schwierig. Es handelt sich um mein zweites Kind und ich wusste, es wird auch mein letztes sein, was die Sache umso emotionaler machte. Dabei hatte ich mir extra eine vermeintlich lange Mutterschaftsauszeit genommen: sieben Monate.
Bei meiner ersten Tochter waren es gerade mal 14 Wochen gewesen und ich bin Vollzeit wieder eingestiegen. Ironischerweise fand ich den Abschied viel weniger schlimm. Traurig zwar, aber ich war auch sehr froh, einen Teil meines alten Lebens wieder zurückzugewinnen.
Jede Geburt verändert dich. Verändert die Familiendynamik.
Diesmal konnte ich nicht fassen, wie kurz sieben Monate sein können. Emotional hatte ich mich noch nicht einmal von der Geburt erholt. Physisch nagte der Schlafentzug an mir, die Anstrengungen der Schwangerschaft sind nicht zu vergleichen, wenn man schon ein älteres Kind hat, dem man ständig hinterherrennt.









