Es sind immer werdende Erstmütter, die über ihren Bauch streicheln und mit einem berechtigten Leuchten in den Augen sagen: «Er bleibt einen Tag zu Hause, an zweien ich, und zwei Tage gehen sie dann in die Krippe. Den Rest teilen wir uns auf, fifty-fifty.»
Alles geritzt also, ready für den Schritt in die nächste Lebensphase.
Drum nicke ich dann jeweils auch brav, denn ich will der Armen ja nicht noch mehr Angst machen. Immerhin hat sie die Geburt noch vor sich.
Nur wenn ich’s nicht lassen kann (oder mich das implizite «Ich-bin-die-Erste-die-das-alles-easy-schaffen-wird» nervt), schiebe ich noch leise ein «Wir sprechen uns dann in einem Jahr nochmals» hinterher. Ganz leise.
Ein Jahr und ein paar Augenringe später können wir gemeinsam der Realität ins Auge sehen.
Der Job, der als «Mutter» ausgeschrieben war, beinhaltet in der Retrospektive meistens doch einiges mehr, als nur das Wachen über das Wohl des Kindes (oder «Windeln wechseln», wie das ja gerne pauschalisiert wird von denen, die das noch nie getan haben).
Frau ist Familienmanagerin geworden, hauptberuflich und über Nacht.
Daneben hat sie vielleicht noch eine bezahlte Arbeit zu einem kleineren Prozentsatz (im Schnitt waren es 2020 17.9 Stunden pro Woche), die sie aber eigentlich als Auszeit empfindet. Endlich mal wieder allein aufs WC.
Endlich mal wieder ein Heissgetränk auch wirklich heiss trinken. So schön.
Zu Hause muss viel gemacht werden (Aufräumen, Waschen, Kochen, Play-Doh aus dem Teppich pulen), aber der Hauptanteil des Managements besteht nicht aus Machen, sondern aus Denken. Dieser Haufen, diese geballte Ladung an unsichtbarer Denkarbeit hat einen mittlerweile geläufigen Namen: «Mental Load».
Mütter denken konstant – insofern uns nicht gerade jemand «Mamimamimamimamimami» ins Ohr schreit, aber auch dann, wenn wir mit «Ay, Ma-mi!» besäuselt werden. Wir planen, organisieren, prüfen Optionen. Das fängt an beim Timing vom Still-Schlaf-Rhythmus und erreicht dann mit dem Schuleintritt ein ganz neues Level. Wird ein Kind krank, gibt’s noch kurzfristig eine Extra-Challenge obendrauf. Leider gibt die keine Bonuspunkte, sondern höchstens Migräne.
Das viele Denken schlaucht und kann man nicht abschalten. Folglich ist frau auch nicht mehr ganz so entspannt.











