Offenbar denkt die Welt, dass wer schwanger ist, automatisch zu einem strahleäugigen, spirituellen Wesen wird. Keine Publikation scheint auf Floskeln wie «werdende Mama» oder «Wunder der Geburt» verzichten zu können. Keine App kann mir in neutralem Ton Fakten vermitteln.
Ich lerne Worte wie Hypnobirthing, Kugelzeit, Craniosakraltherapie.
Entsprechend sind meine Erwartungen, als ich eine Stunde Schwangerschaftsyoga buche. Ich betrete den Raum und damit eine Blase der verkrampften Gelassenheit. Mit penetrant sanfter Stimme erklärt die Lehrerin den Ablauf und fragt mich, ob ich Beschwerden habe. Ich erwähne ein schmerzendes Handgelenk und bereue es sofort, denn die unermüdlich wiederholte Frage nach meinem Wohlbefinden ist mir äusserst unangenehm, und nein, ich möchte jetzt gerade auch nicht pinkeln.








