Zu einem gewissen Teil stimmt das. Vielleicht sogar alles. Es ist für mich bequem, wenn meine Frau an alles denkt. Und ja, es ist viel für sie. Manchmal so viel, dass sie fast nicht mehr kann. Oder es zumindest sagt. Sie tut es dann aber doch.
Sie will es genau so, wie es für sie stimmt. Zu 100%. Perfekt. Darunter geht nichts. Pareto kann sie mal. Alles oder nichts. Nicht perfekt aufgeräumt (zwei Bücher und drei Lego-Figuren liegen neben dem Regal am Boden) = Chaos. Sieben Brotbrösmeli unter dem Tisch = «Was soll die Putzfrau von uns denken, die heute Nachmittag kommt?» Kind hat einen Schoggifleck auf dem T-Shirt = Kita-Betreuerinnen denken jetzt wohl, wir vernachlässigen es / Nachbarn alarmieren jetzt dann die KESB.
Mir ist egal, ob da zwei Kinderbücher am Boden liegen. Mehr sollten es nicht sein, aber zwei sind ok. Und morgen räumt unser Sohn sie weg. Und mir ist auch egal, was die Putzfrau über die Brösmeli denkt, wir bezahlen sie (die Putzfrau) ja. Oh, und ich mag die Putzfrau trotzdem sehr gut. Egal ist auch, was die Kita-Betreuerinnen denken, ich bin ja immer sehr nett zu ihnen. Und die KESB? Come on.
Ich denke wenig mit. Ja. Aber schaffe ich es, ihren 100%-Ansprüchen gerecht zu werden? Nein. Das schaffen wir beide in drei Leben nicht. Es soll aber keine Ausrede sein für mich, nicht doch etwas mehr mitzudenken und dein Beitrag, dem meine Frau zu 100% (what else?) zustimmt, hat etwas an mir gerüttelt, das gebe ich zu. Das war wohl Absicht.